Vogesen 2009

11. bis 14. September 2009   Vogesen / Frankreich:
Als Basis für unser Radsportwochenende diente das Hotel Du Soleil in Wildenstein.
Wildenstein ist ein sehr kleiner Ort in den südlichen Vogesen im Elsass / Frankreich und befindet sich am Ende des Saint-Amarin Tals.
Das rustikale Hotel liegt am nördlichen Ortsausgang, direkt am Beginn des Anstieges zum Col du Bramont. Was zur Folge hat, wenn man nicht die Bundesstraße N66 befahren möchte, daß man gezwungener Maße über einen der drei Pässe muß, von denen Wildenstein umgeben ist. Den Col du Bramont, Col de Oderen oder Le Markstein.

1. Tag:
An den Lac de Gerardmer

Wildenstein – Col de Bramont – La Bresse – Gerardmer – Rochesson – Vagney – Saulxures sur Moselotte – Ventron – Col de Oderen – Wildenstein

Direkt nach dem Hotel geht es mit 16 Kehren auf den 956m hohen Col de Bramont.
Nie besonders steil, immer um die sechs Prozent.


Die Gruppe auf dem Col du Bramont.   vlnr: Sonny,Peter,Thomas,Jens,Michael,Wolfgang,Lutz,Gerd

Nach der Abfahrt erreichen wir La Bresse.
La Bresse liegt westlich des Vogesenkamms im oberen Tal der Moselotte.
Die vielen Läden und Restaurants lassen uns erahnen, daß der Ort vom Tourismus lebt. Ganz besonders im Winter scheint hier viel los zu sein.
Von hier aus sind es noch 15 km bis zu unserem Ziel Gerardmer.
Gerardmer liegt am Ufer des Lac de Gerardmer.
Gleich neben dem Casino lädt uns ein Restaurant zu einer Cappuccino – Pause ein.
Nach der Pause geht es auf relativ flachem Gelände, immer entlang der Moselotte.
Die Moselotte ist ein 47 km langer Fluß, der bei La Bresse entspringt.
Wir streifen die Orte Rochesson, Vagney, Saulxures sur Moselotte und Ventron zum Col de Oderen, unserem finalen Anstieg an diesem Tag.

Peter vor traumhafter Kulisse

Der Col de Oderen ist 884m hoch und auch dieser 9,9 km lange Anstieg wird nie steiler als 6 Prozent. Die folgende Abfahrt reicht fast bis direkt an unser Hotel.

82 km – 1500 hm – 3:30 h

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2. Tag
Auf den Spuren der Tour de France

Wildenstein – Le Markstein – Col de Platzerwasel – Munster – Col de la Schlucht –
La Bresse – Col de Bramont – Wildenstein

Heute verlassen wir Wildenstein in südlicher Richtung. Noch auf Höhe des Sees verlassen wir die Hauptstrasse und biegen nach links ab. Ab jetzt geht es auf den 1176m hohen Le Markstein. Mit geschätzten 10 Prozent fällt dieser Anstieg zu Anfangs etwas aus der Rolle. Doch recht schnell wird der ca. 17 km lange Anstieg wieder etwas erträglicher und pendelt sich bei 6-7 Prozent ein.

Wolfgang, Lutz und Peter auf dem Weg zum Markstein
Oben angekommen biegen wir links ab Richtung Munster. Nicht rechts auf den Grand Ballon, der ist erst Morgen dran.
Nun befinden wir uns auf der Strecke der diesjährigen Tour de France, allerdings in entgegengesetzter Richtung. Schnell und beinahe nicht bemerkt, erreichen wir den Col de Platzerwasel, das Etappenziel, an dem Heinrich Haussler vom Team Cervelo in diesem Jahr die Etappe für sich etscheiden konnte.
Ohne großen Aufenthalt geht es nun bergab nach Munster.
Zeit für eine Mittagspause.
Munster, das bekannt durch seinen kräftig riechenden Münsterkäse wurde, ist ein sehr schöner Ort mit vielen Gaststätten.
Eine davon versorgt uns mit ausreichend Spaghetti.
Das nächste Ziel nach unserer Pause, ist der Col de la Schlucht. Einer der bekannten Vogesen Pässe, was leicht an den Einkehrmöglichkeiten und Souvenirshops zu erkennen ist. Der Col de la Schlucht ist 1138m hoch und eigentlich für jeden Radrennfahrer ein muss, da die Tour de France Atmosphäre förmlich zu spüren ist.
Auf den 20 km Steigung von Munster aus, kommt nie Langeweile auf, da hinter jeder Kurve etwas Neues zu entdecken ist.

Michael vor dem bekannten Tunnel am Col de la Schlucht

Auch hier werden 7 Prozent nicht überschritten.
Die folgende Abfahrt bringt uns nach La Bresse. Eine Reifenpanne zwingt uns zu einer willkommenden Rast, wobei auch Kaffee und Kuchen aufgenommen werden.
Der letzte Anstieg an diesem Tag, diesmal von Westen aus, der Col de Bramont.
Inzwischen schon bekannt vom ersten Tag, sind alle in froher Erwartung auf die Abfahrt mit ihren 16 Kehren. Diese Erwartung wird wirklich erfüllt, wenn nicht übertroffen.
Bis direkt vor unser Hotel kann man es rollen lassen und sich an den fantastischen Ausblicken erfreuen.

91 km – 1870 hm – 4:30 h

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3. Tag
Les deux Ballons

Wildenstein – Col de Oderen – Ventron – Le Thillot – Saint Maurice sur Moselle –
Ballon de Alsace – Sewen – Masevaux – Col de Hundsrück – Willer sur Thur – Grand Ballon – Le Markstein – Wildenstein

Die Gruppe vor der Königsetappe vlnr: Peter,Jens,Michael,Rüdiger,Wolfgang,Lutz,Thomas

Mit großem Respekt starten wir unsere Königsetappe in Richtung Süden.
Nach Kruth geht es rechts ab, auf den ersten Pass der Etappe.
Schnell ist der Col de Oderen diesmal aus östlicher Richtung erklommen.
Obwohl uns auf der Hälfte der Steigung, ein kurzes Steilstück mit 10 Prozent, etwas mehr zu schaffen macht, als erwartet.
Nach der Abfahrt geht es auf flachem Gelände durch die Orte Ventron, Le Menil und Le Thillot zum Ballon de Alsace.
Wir haben an diesem Tag Glück, daß wegen einer Radveranstaltung die Straße für Auto und Motorräder gesperrt ist und so haben wir Rennradfahrer den Anstieg für uns alleine.
Der Ballon de Alsace ist 1171m hoch und auf 9 km geht es wieder mit gleichmäßigen 7 Prozent ohne steile Rampen bis auf den Gipfel. Immer wieder öffnet sich der Wald und man kann in das Moseltal blicken.

Blick vom Anstieg des Ballon de Alsace

Wegen dem Bergzeitfahren werden wir am Gipfel alle wie Sieger empfangen, obwohl noch ein großes Stück Arbeit vor uns liegt.
Nach nur einem kurzen Aufenthalt geht es hinab nach Sewen und Masevaux.
Ebenso kurz ist die Zeit auf der Abfahrt zu verschnaufen, denn nach ca. 15 Kilometer geht es schon wieder hinauf auf den nächsten Pass, den Col de Hundsrück.
Auch hier haben wir wieder Glück. Der Pass ist wegen einer Veranstaltung für motorisierten Verkehr gesperrt. Auf 8,2 Kilometer geht es auf den 748m hohen Pass.       Der Col de Hundsrück ist auch wegen der schmalen Straße ein wenig frequentierter Übergang und eher unbedeutend. Trotzdem ist der Col de Hundsrück unter Radsportlern so etwas wie eine Legende. Hier an diesem Berg soll Udo Bölts seinem damaligen Telekom – Kapitän Jan Ullrich „Quäl Dich, Du Sau“ zugerufen haben. Auch ohne solche retorischen Entgleisungen schafft es von unserer Gruppe jeder über den Hundsrück.


Die Gruppe auf dem Weg zum Grand Ballon

Schon auf der Abfahrt ist auf der gegenüber liegenden Seite unser nächstes Ziel zu erkennen. Der Grand Ballon.
Schnell die Bundesstraße N66 überqueren, durch Willer sur Thur und schon geht es wieder 16 km lang, nur nach oben. Die Straße steigt zunächst nur leicht an, pendelt sich aber bei 7 Prozent ein. Außer bei Kilometer 3,8 und kurz vor dem Gipfel gehen die Steigungsprozente kurzzeitig auf 9 %. Nach einem Anstieg von knapp 1000 Höhenmeter in einem Stück, stehen wir auf dem Höchsten Gipfel der Vogesen.
Der Grand Ballon bietet bei guter Wetterlage einen Blick bis in die Alpen.
So ist es selbstverständlich, daß wir hier eine Pause einlegen und die Energiespeicher aufladen.

Auf dem Grand Ballon
Bei der folgenden Abfahrt Richtung Markstein kommen wieder Tour de France Erinnerungen auf.
Auf der Straße sind noch Namen wie Ulle, Bölts und Klöden zu lesen.
Es fällt nicht leicht sich bei der anspruchsvollen Abfahrt voll zu konzentrieren.
Trotzdem kommen alle unverletzt und stolz wegen der vollbrachten Leistung an unserem Hotel in Wildenstein an.

128 km – 2560 hm – 6 h

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Fazit:

Mehr als 300 km (82 + 91 + 128 km)
Fast 6.000 hm (1500 + 1870 + 2560 hm)
14 Stunden im Sattel (3,5 + 4,5 + 6 h)

Wildenstein, ist ein idealer Ausgangspunkt, um Höhenmeter zu machen.
Die Vogesen allgemein, sind zu Rennradtouren unbeding zu empfehlen.
Wenig befahrene Straßen und gemäßigte Anstiege. Meist um die 6-7 Prozent.

Für uns war das Radsportwochenende ein voller Erfolg.